Jazzclub Biberach e.V.

Fotos, Videos und Nachberichte zum Landesjazzfestival Baden-Württemberg 2026 Biberach :

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Hier finden Sie unsere bevorstehenden Veranstaltungen sowie eine Rückschau auf vergangene Konzerte.

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Der Biberacher Jazzpreis ist ein international ausgeschriebener Preis für den Jazznachwuchs.

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Miles-Trane-Centennial

Am 17.10.2026 um 20:30 Uhr

Ort: Jazzclub Biberach

Beschreibung

Der Trompeter Miles Davis und der Saxophonist John Coltrane waren herausragende, stilbildende Solisten und Bandleader der Jazzgeschichte. Beide hätten dieses Jahr ihren 100. Geburtstag gefeiert. Zu ihren Ehren spielen zwei weltweit renommierte Meister ihres Faches, Alex Norris aus Columbia/US (Trompete) und der Kanadier Kirk MacDonald (Saxophon) ein „Miles Davis – John Coltrane Centennial“. Sie werden in Biberach von drei herausragenden Begleitern zu einem Allstar-Quintett vervollständigt: Martin Sasse aus Köln gehört zu den europaweit führenden Pianisten, er spielte u.a. mit Till Brönner und Dusko Goykovich. Bassist Aldo Zunino tourte mit Jimmy Cobb, Steve Grossman u.v.a. Der österreichische Schlagzeuger Bernd Reiter, u.a. Preisträger beim Hans-Koller-Preis und mittlerweile zeitweise in New York lebend, war schon mehrfach im Biberacher Jazzkeller zu hören und hat ein außerordentlich geschicktes Händchen in der Zusammenstellung hochkarätiger Ensembles. Mit den fünf Musikern aus den USA, Kanada, Deutschland, Italien und Österreich garantiert er einen hochkarätigen Konzertabend unter dem Motto „Swinging Jazz at its Best“!

Alex Norris (US) – Trompete (https://www.allaboutjazz.com/musicians/alex-norris/  )
Kirk MacDonald (CA) – Saxofon (www.kirkmacdonald.com )
Martin Sasse (DE) – Klavier (www.martinsasse.de )
Aldo Zunino (IT) – Bass
Bernd Reiter (AT) – Schlagzeug (www.berndreiter.at )

Eintritt: 25 Euro, Jazzclub-Mitglieder 18 Euro, Studierende 10 Euro,
freier Eintritt für Biberacher Schülerinnen und Schüler

09.10.2026: NuMoksha

NuMoksha: Hochenergetischer NuJazz aus der Nachbarstadt im Jazzkeller
Das neuformierte Quartett um den Drummer Ralf „Ralle“ Fricker aus Bad Waldsee und den Leiter der dortigen Musikschule, Michael Dümmler an den Saxofonen, zielt treffsicher in eine „ökologische Nische“ des Nu-Jazz und stieß beim Konzert des Biberacher Jazzclubs im Jubiläumsjahr auf große Begeisterung. Im Unterschied zur oft nur oberflächlich unterhaltsamen Stil-Melange der sogenannten „World Music“ greift das spezifische Nu-Jazz-Konzept des NuMoksha-Quartetts ungleich tiefer und intensiver in die musikalische Substanz der vorgestellten Kompositionen und Arrangements ein.
….. Fotos folgen …..
Frisch und neuartig, trotz einem gehörigen Schuss Exotik aber nicht wirklich fremd, bot das breitgefächerte und ausgewogene Programm abseits ausgetretener Pfade einen höchst interessanten Stilmix im klaren Jazzidiom. „Ralle“ Frickers Vorlieben und Vorbilder wie der jüngst verstorbene, multikulturelle, südafrikanische Weltbürger, Pianist und Komponist Abdullah Ibrahim oder der italienisch-französische Multiinstrumentalist Aldo Romano prägen neben seinem langjährigen Auslandsaufenthalt in Indien seine originelle Ästhetik. „Ralle“ Fricker ist dabei nicht nur die rhythmische Seele und stilistischer Impulsgeber von NuMoksha. Durch sein tiefes Eintauchen in die indische Kultur geht seine Musik weit über bloße Stiladaption oder wenig wertschätzende kulturelle Aneignung hinaus. Die Musik von NuMoksha vermittelt eine stimmige, authentische Neuinterpretation sorgfältig gewählter Vorlagen, wirkt zutiefst integer und wertschätzend.
Der soundverliebte Gitarrist Hugo Nägele an seinen drei Gitarren, unzähligen Effektgeräten samt Mesa-Boogie–Stereo-Sound mit einem Faible für den brasilianischen Gitarristen und Bossa Nova Pionier Baden Powell, der auch durch eine Komposition von Dominic Miller (Gitarrist von Sting) mit dem Titel „Baden“ im Programm vertreten war, sowie der brasilianische E-Bass-Spieler André Lima brachten ein weiteres stilprägendes Ingrediens in das Bandkonzept ein.
Abgerundet wurde dieses durch den eloquenten und vielseitigen Michael Dümmler an Sopran- und Baritonsaxofon, der sich den norwegischen Saxofonisten Jan Garbarek und insbesondere dessen Zusammenarbeit mit dem britischen Hilliard Ensemble in dem legendären Album „Officium“ zum Vorbild genommen hat. Trotz der trockenen Akustik im Jazzkeller verstand er es, mit etwas elektronischer Hall-Unterstützung, die Weite des Kirchenraumes und der nordischen Landschaften in seinem Spiel einzufangen.
Rasante Unisonolinien in nahezu perfekter Synchronität prägten die Stücke neben häufig konstituierenden Ostinatofiguren besonders von André Limas sonorem Bass, die oft als Rückgrat der Kompositionen dienten und über und zwischen denen ausgedehnte Soloimprovisationen von Gitarre, Saxofon und Schlagzeug sich frei entfalten konnten. Auffällig vor allem in Frickers Eigenkompositionen waren klare, Pattern-basierte Strukturen, die gerade in ihrer Schlichtheit ungekünstelt und unmittelbar überzeugen konnten.
Titel wie „Berbere“ (Steve Dyer), „Samba de Amor“ (Arturo Sandoval), „History“ von Tore Brunborg, „Sunset in Goa“ oder „Baden“ (Dominic Miller/Baden Powell), „Maracuja“ (Jan Garbarek), „Afro Blue“ (John Coltrane), „Tuana Guru“ (Fricker), zumeist mit ungewöhnlich hohem energetischem Level und höchst kreativ umgesetzt, stehen für das richtungsweisende, farbenfrohe, weltoffene Konzept von NuMoksha. Mit „Scented Sands“ (Vivid Afrika), „Soweto Sorrow“ (Aldo Romano), „Kalahari Lives“ (Johnny Dyani) oder der etwas ruhigeren Zugabe „For Lion“ kamen südafrikanisches Flair und ungebremste Lebensfreude zum Ausdruck. Auch ein kubanischer Son Montuno mit typischem 3-2 bzw. 2-3 Clave-Rhythmus oder ein ungewöhnlicher, eher experimenteller gleichwohl faszinierender 5/4 Bossa durften nicht fehlen. Der bleibende Eindruck von NuMoksha erinnert an einen raffiniert und meisterlich kreierten Cuveé-Wein aus erlesenen Zutaten, harmonisch und rund mit langem, nachhaltigem Abgang.
Text und Fotos: Dr. Helmut Schönecker

Arco Sinfónica

Am 24.10.2026 um 19:00 Uhr

Ort: Biberach, Stadthalle

Beschreibung

Im Jahr 2017 als „Latin-Jazz Sinfónica“, ursprünglich als Projekt der Neuen Philharmonie Berlin von der aus Biberach stammenden Jazzmusikerin, Komponistin und Dirigentin Julia H. M. Diederich gegründet, wird das aus 40 Orchestermusikern, neun Bigband-Bläsern, fünf Perkussionisten, E- und Kontrabass, Jazz-Gitarre, Jazz-Violine, Drums und Piano bestehende Ensemble „Arco Sinfonica“ von Kritikern als Musik-Blockbuster für Klang-Enthusiasten gelobt und gefeiert.  Das heute selbständige Orchester „Arco Sinfónica“ spannt einen großen Bogen über Klassik und Jazz, Bühne und Leinwand, Tradition und moderne Klangarchitektur und präsentiert in seinem aktuellen Projekt eine intensive Hörreise, ein bildgewaltiges Kopfkino. Die Stücke des Orchesters schöpfen aus den intensiven Lebensereignissen und Gedanken der Komponisten, die eigens für diese Besetzung schrieben. Darunter finden sich auch mehrere Stücke von Julia Diederich. Es entstehen filmisch wirkende Klangwelten und sinfonische Klavierkonzerte mit Elementen aus der Spätromantik sowie aus Jazz, Rock und Latin, bereichert durch Hollywood-Bigband Sounds und orientalische Harmonien. Ergänzt und aufgelockert wird dieses üppige Klangspektrum durch jazzige Soli renommierter Solisten.

https://arco-sinfonica.de/

Julia H.M. Diederich (Komponistin, Produzentin, Management und musikalische Leitung)
Christoph König (Komponist, Arrangeur, Co-Produzent, Jazz-Violinist)
Bernd Ruf (Dirigent)

Kulturkalender Biberach: Infos und Tickets

25.09.2026: Torsten Zwingenberger 4tet

Gute-Laune-Jazz aus der Hauptstadt zum Auftakt der Herbstsaison

Torsten Zwingenberger lässt es wieder krachen

BIBERACH – Seine schwere Krankheit, derentwegen das vom Jazzclub bereits für letztes Jahr geplante Konzert verschoben werden musste, hat der renommierte Berliner Ausnahme-Drummer nun glücklich überstanden. Mit neuer Lebensfreude, top motiviert und bestens gelaunt bestritt er mit seinem neuen Quartett und der neuen CD „Best Boost“ im Gepäck das Auftaktkonzert der neuen Konzertsaison des Jazzclubs im Jazzkeller. In Zwingenbergers neuer Formation finden sich die angesagtesten Berliner Musiker des Genres. Carmelo Leotta (Bass), Kenneth Berkel (Piano) und Patrick Braun (Saxophon) komplettieren das energiegeladene 4tet, welches eine frische europäische Variante amerikanischer Jazztradition vertritt.

Besonders die Kompositionen und Arrangements von Berkel und Leotta vermitteln einen zeitgemäßen Zugang zum modernen Swing. Neu gedacht, gegen den Strich gebürstet und mit durchweg herausragenden Solo-Improvisationen aller Musiker durchsetzt, wird hier Tradition zu neuem Leben erweckt und erreicht so eine breite Akzeptanz, Popularität ohne nostalgischen Beigeschmack. Berkels höchst gefühlvolle, lyrische Ballade „Listening“ gehört auf „Spotify“ nicht umsonst zu den Top-Scorern, Leottas verträumter Song „Walk in Closet“ gibt inspirierende Einblicke in einen gut gefüllten, begehbaren Kleiderschrank mit vielen modischen Accessoires. Patrick Braun, einer der gefragtesten Band- und Studiomusiker Berlins an Saxophon und Klarinette erinnert mit seinem höchst expressiven Spiel an große Vorbilder wie Ben Webster, Grover Washington Jr. oder Duke Ellingtons langjährigen Saxophonisten Johnny Hodges. Sanft und einfühlsam, wo erforderlich aber auch virtuos, rau und direkt beseelen und durchglänzen seine Melodien und erfrischenden Improvisationen die allesamt authentisch wirkenden Songs.

Die geschickte Dramaturgie der Stücke fesselte das begeisterte Publikum bis zum kulminierenden Boogie-Woogie-Finale. Die Zugabe „September in the Rain“, einem vielfach, unter anderem von den Beatles, Rod Stewart und Dinah Washington gecoverten Standard von Harry Warren aus den 1930er Jahren, erweckte angesichts des längst überfälligen Regens in der Region ungewohnte Sehnsüchte, anhaltenden Beifall und inspiriertes Merchandising mitgebrachter CDs.

Fotos von Dr. Helmut Schönecker:

Fotos von Wolfgang Volz:

Im Jubiläumsjahr „50 Jahre Jazzclub Biberach“ folgen in den nächsten Wochen weitere Programm-Highlights: Im Oktober die Newcomer „NuMoksha“ aus der Region, internationale Größen zum 100jährigen Geburtstag von Miles Davis und John Coltrane sowie sinfonischer Jazz mit „Arco Sinfonica“ in der Stadthalle. Im November folgt Rebekka Bakken – die Sirene aus dem Norden – in der Stadthalle und zu den eigentlichen Jubiläumsfeierlichkeiten des Jazzclubs geben sich der Weltmeister auf dem Instrument des Jahres, Salvo La Ferrera (Akkordeon), sowie der legendäre Bassist Hellmut Hattler mit „Siyou’n’Hell“ in der Schützenkellerhalle die Ehre. Filmkomponist Uwe Schenk (Soko Stuttgart) und der Ex-Biberacher Saxophonist Jochen Feucht stellen im Dezember ihr neues Projekt vor und die legendäre Kultband der urigen „Rootbears“ beschließt traditionell das Biberacher Jazzjahr.

Text & Beitragsbild: Dr. Helmut Schönecker