| „Die
Löwenstarken Trommler“ Habib
und Amadou, 13 und 14jährige Söhne
des oberschwäbischen „Afro-Urgesteins“
Uhuru, haben auf
Einladung des Biberacher
Jazzclubs am Freitagabend als
„Local Heroes“ einen
eindrucksvollen Einblick in die
Wurzeln des Jazz gegeben. Wie
Uhuru in seiner Eingangsmoderation
des Konzertes im prall gefüllten
Jazzkeller erläuterte, gehört
die afrikanische Art zu trommeln,
zu singen und zu spielen zwar
nicht im engeren Sinne zum Jazz,
enthält jedoch bereits
wesentliche Elemente desselben,
allen voran die Improvisation und
das Arbeiten mit übereinander
geschichteten Patterns. Eben diese
Fähigkeit demonstrierten die Löwenstarken
Jungs in einer Weise, die auch
gestandene Jazzfans zum Staunen
brachte. Dichte und Komplexität
der rhythmischen Schichten ließen
bei geschlossenen Augen ohne
Weiteres auf 4-6 Musiker schließen.
Auch wenn viele der rhythmischen
Elemente als Ostinato angelegt
waren, erwiesen sich die Jungs in
hohem Maße als „multi-tasking-fähig“.
Hände und Füße waren zugleich
mit den unterschiedlichsten Metren
betraut und innerhalb dieser
metrischen Schichten
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wechselten
komplizierte Schlagmuster und
improvisierte Abschnitte in einer
virtuosen Dramaturgie, die
gleichermaßen Verblüffung und
Begeisterung auslösten. Überdies
schafften es die beiden konzert-
und fernseherfahrenen jungen Künstler
auch noch gleichzeitig zu ihren
schweißtreibenden rhythmischen
Aktivitäten über eine Head-Set
zu singen. Folgerichtig bewegten
sich die sympathischen
Hochleistungstrommler denn auch im
Sportdress über die Bühne.
Besonders erfrischend erwies sich
ihr spezifischer Zugang zur europäischen
Musik. Wenig „mozärtlich“ und
schon gar nicht „beethövlich“
sangen die beiden etwa im
zweistimmigen Kontrapunkt von
„Elise“, der „Dame“ des
jungen Beethoven. Um dessen
unsterbliche Melodie „Für
Elise“ – zelebriert auf einem
einfachen Yamaha-Keyboard für
Einsteiger – pulsten alsbald die
abenteuerlichsten Rhythmen auf
Djembe, Steel- und Talking-Drum
und ließen erahnen, dass
Beethoven seiner fernen Geliebten
nicht nur platonische Gefühle
entgegenbrachte.
Dr.
Helmut Schönecker
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