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Schwäbische Zeitung 19.11.2001
Interview mit Helmut Schönecker über den Jazzpreis 2001
von SZ- Redakteur Michael Hänssle
Knappe Entscheidung:
Sieg geht wieder nach München
BIBERACH - Seit 1990: Alle zwei Jahre ruft der örtliche Jazzclub zum Biberacher Jazzpreis auf, der international ausgelobt wird und heuer 34 Einsendungen hatte. Am Samstagabend fand
nun der Wettbewerb in der Stadthalle (siehe auch SZ Kulturteil) mit den drei ausgewählten Ensembles statt und anschließendem Gala-Konzert des Bundesjazz-Orchesters unter Leitung von Peter Herbolzheimer. Die SZ
befragte Helmut Schönecker zum Renommee und zur Akzeptanz dieses Wettbewerbs.
Herr Schönecker, wie stufen sie das Interesse am Biberacher Jazzpreis ein?
Mit etwas über 150 Besuchern sind wir sehr zufrieden. Das ist bisher das beste Ergebnis. Bei der Gala mit dem Bundes-Jazzorchester unter Peter Herbolzheimer waren es dann noch
mehr. Klarer Fall, dass der Jazzpreis ein Publikum anlockt, weit jenseits des traditionellen Einzugsgebietes unserer Konzerte. Es war auch am Samstag wieder ein weiter Kreis, von Ulm
bis Ravensburg/Friedrichshafen.
Wie stufen Sie das Niveau der Teilnehmer ein?
Von Mal zu Mal besser: Es ist schon ganz erstaunlich. Was das Niveau der drei auserwählten Gruppen "max:bab"-Quartett, "GromerBrütsch"-Trio aus Stuttgart sowie
das Sextett "Groove Conspiracy' anbetrifft, die jeweils 30 Minuten spielten: Die ersten beiden lagen eng beieinander und die am Ende Drittplatzierten folgten dichtauf. Ein Beweis für ein sehr beeindruckendes
Niveau. Auch das Publikum tat sich dabei nicht gerade leicht mit der Entscheidung, hatte klar den Zweitplatzierten als Favoriten.
Die Qual der Wahl hatte sowohl die Fachjury wie auch das Publikum. Wer gehörte der Biberacher Fachjury eigentlich an?
Peter Marx, Thorsten Wollmann, Immanuel Brockhaus und Peter Herbolzheimer.
Warum machen ganz selten Jazzgruppen aus der engeren Region mit?
Die ersten Wettbewerbe waren noch eher lokal angesiedelt, das Gebiet umfasste die Region Oberschwaben bis hin ins Jazzzentrum München. Doch mit dem herausragenden Niveau der Bands
aus den Zentren Berlin, aus Frankfurt, aus Köln sowie dem Nachbarland Holland und aus Hannover, tun sich regionale Gruppen schwer, nicht zuletzt, weil der Wettbewerb ,ja international ausgeschrieben ist. Nun sind
es vor allem Gruppen aus diesen Jazz-Standorten, die sich bewerben. Jazzer werden nur selten mit ihrem Geburtsort in Verbindung gebracht. Auch bei dem aus Biberach-Mettenberg stammenden Thorsten Wollmann (früher
Mitglied des Landesjazz0 und BuJazzO), ist dies so, der Zusatz heißt fast immer Köln, sein Studienort.
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