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Foto
Schönecker
Christoph
Spendel Trio mit "Christmas
Jazz"
Exquisiter
vorweihnachtlicher Musik-Cocktail für
stille Genießer
Sensibilität,
Differenziertheit, Komplexität sind
nicht unbedingt die Merkmale einer Musik
die Begeisterungsstürme auslöst.
Frappierende Virtuosität, zupackender
„Drum 'n Bass“-Groove, fetzige
Schlagzeugsoli hingegen schon eher. Die
Sonder-Performance "Christmas
Jazz" des Christoph Spendel Trios
am Freitagabend im Jazzkeller enthielt
etwas von beidem.
Die illustren Zutaten aus bekannten
deutschen und internationalen
Weihnachtsliedern, gewürzt mit
kontrastierenden Eigenkompositionen von
der aktuellen CD-Produktion und
abgerundet durch eine sympathisch
unaufdringliche Moderation des
Frankfurter Klavierprofessors ergaben
einen exquisiten Musik-Cocktail für
Genießer, gerührt und geschüttelt,
und vom sichtlich beeindruckten Publikum
genüsslich ausgeschlürft.
Die Intimität des vorweihnachtlich
illuminierten Jazzkellers löste im
international besetzten Christoph
Spendel Trio, das am Vormittag bereits
rund 200 begeisterten Schülerinnen und
Schülern des Wieland-Gymnasiums in der
WG-Aula die Geheimnisse des Jazz
offenbart hatte, eine inspirierende
Kreativität und Spielfreude aus. Mit
seiner viel beachteten Performance
"Christmas Jazz" im
Spannungsfeld zwischen
sentimentbesetzten weihnachtlichen
Weisen, jazztypisch erweiterten
Farbharmonien und lateinamerikanischen
Reggae-, Samba-, Salsa-Rhythmen
generierte das Klaviertrio "Cross-Over"
im besten Sinne, mit musikalischen Einflüssen
aus allen Teilen der Welt. Spendel gehört
seit Jahren zu den Vorkämpfern und
herausragenden Vertretern dieses Genres,
im Freitagskonzert des Jazzclubs nahm
die faszinierende musikalische Melange
die Qualität phantasievoller,
spannender Geschichten eines weit
gereisten, lebenserfahrenen
Weltenbummlers an.
Die Schnittmenge zwischen den kalt
schillernden "Schanghai City Lights",
dem warmherzigen kubanischen "Cardena",
dem in sentimentaler Sanftheit dahinströmenden
"White Christmas" oder dem
zwischen barocker Würde und frechem
Rock changierenden "Herbei,
oh ihr Gläubigen" hieß Christoph
Spendel. Seine stupende
Spieltechnik befeuerte einen Funkenregen
musikalischer Einfälle, der vor allem
im Wechselspiel mit Andreas Neubauers
(bekannt durch seine Zusammenarbeit mit
der deutschen Rapperin Sabrina Setlur
und "Glashaus") fulminanten
Schlagzeughumoresken nicht nur für
kurzweilige Unterhaltung des
fachkundigen Publikums sorgte, sondern
auch einen ebenso vielseitigen wie
eigenständigen, ausgereiften
Personalstil repräsentierte. Der aus
Rom stammende, unter einer starken Erkältung
leidende Claudio Zanghieri am fünfsaitigen
E-Bass legte ein verlässliches aber
eher unauffälliges Fundament, aus dem
gelegentlich eine Soloimprovisation
hervortrat, ohne jedoch wirklich zu sprühen.
Dr. Helmut Schönecker
Schwäbische
Zeitung, 3. Dezember 2007
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