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Dass
Arkady Shilkloper zu den
musikalischen
Ausnahmeerscheinungen der
multilateralen Weltmusik unserer
Tage zählt, zeigt schon sein
langjähriges Mitwirken in den künstlerisch
renommiertesten Ensembles unserer
Zeit, dem „Moskau Art Trio“
oder auch dem „Vienna Art
Orchestra“. Dass er aber auch
als Solist mit seinem Wald-
oder Flügelhorn – das
angekündigte Alphorn musste aus
logistischen Gründen leider in
Russland verbleiben – gänzlich
ohne musikalische Begleitung einen
langen Konzertabend zu einem
kurzweiligen Erlebnis höchster künstlerischer
Erfüllung machen kann, haben die
wenigen glücklichen Besucher beim
Jazzkonzert am vergangenen Freitag
erfahren dürfen. Voller Verzückung
lauschten sie den facettenreichen
Klängen des unkomplizierten,
sympathischen Kosmopoliten, der,
halb Russe, halb Jude, mit seinem
Lebensmittelpunkt in Wuppertal
musikalische Eindrücke der
unterschiedlichsten Strömungen
und Genres in seinem Personalstil
überzeugend und bruchlos
integrierte.
In
perfekter Symbiose mit seinen fußschalterbedienten
Multieffektgeräten ließ
Shilkloper faszinierende
Klangwelten entstehen. Die oft
kritisierte „Entmenschlichung“
der Musik durch ein Zuviel an
elektronischem Schnickschnack
wurde bei Shilkloper zu einer
echten „Live-Elektronik“, zu
einem sinnvoll genutzten
musikalischen Werkzeug zur
Erweiterung der spieltechnischen Möglichkeiten
des eigentlichen Musikinstrumentes
verwandelt. Kurze, „coram
publico“, mit perfektem Timing
eingespielte bzw. digital
aufgenommene „Samples“ wurden
so zu ostinaten Begleitpatterns,
oft auch mehrfach übereinander
geschichtet, über deren
rhythmisch groovenden Fundament
sich schließlich
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als
krönender Höhepunkt die virtuose
Improvisation des Künstlers
spannte. Ergänzt um einen „Harmonizer“,
der die einstimmigen Melodielinien
in einen mehrchörigen Klang
verwandelte sowie vielfältige
digitale Hall- und Echoeffekte,
die den Klangraum aufweiteten und
in die Tiefe staffelten,
gestaltete Shilkloper
faszinierende Klanggemälde.
Ob
– als Konzession an das
„klassische“ Jazzpublikum –
in Glenn Millers bekanntem „Chattanooga
Choo Choo“ die Klangkulisse
einer Dampflokomotive (für den
Titel wurde 1942 die erste
„Goldene Schallplatte“ der
Musikgeschichte verliehen) oder in
einer surrealen Eigenkomposition
unter dem Titel „Virgin Ocean“
das Wellenrauschen und die Walgesänge,
Arkady Shilkloper war immer souveräner
Meister des Geschehens. Seinen
gestalterischen Zugriff innerhalb
der mit elektronischer Hilfe
errichteten Klangebäude
demonstrierte er durch eine
Zitiertechnik, die es ihm nicht
nur erlaubte Brücken zwischen den
verschiedenen Musikstilen zu
schlagen, sondern vielfältige,
oft auch humoristische
Anspielungen zu setzen. Mit dem
Zitat der berühmten Hornstelle
aus Richard Strauss’
sinfonischer Dichtung „Till
Eulenspiegels lustige Streiche“
tat Shilkloper denn auch
musikalisch offen kund, was seine
Körpersprache schon lange vorher
verraten hat: unverbrauchte
Spielfreude, unverstellter,
mitunter hintergründiger Spaß am
eigenen Tun, lebendige
Kommunikation und Interaktion mit
einem aufgeschlossenen Publikum, höchste
künstlerische Erfüllung.
Mehrere,
gern gewährte Zugaben rundeten
einen Konzertabend ab, der mehr
Publikumszuspruch verdient gehabt
hätte.
Dr.
Helmut Schönecker
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