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BIBERACH
– Voll besetzt ist der
Jazzkeller gewesen – samt seiner
Zwischenräume, als an Heiligabend
die "Rootbears"
musikalische Weihnachtsgeschenke
brachten. Aber auch die Fans
brachten Geschenke heran: Applaus,
Begeisterung und jede Menge
Sympathie.
Noch
ist unerforscht, womit dieser
klingende "Bären-Sechser"
sein Publikum am meisten
begeistert. Ist es der abriebfeste
Boygroup-Charme, wohltuendes
Understatement, die Wahl der Stücke,
deren nonchalante Präsentation
mit dem stets prickelnden Flair
der Improvisation? Oder aber der
geistreich-hintersinnige Witz, der
sich platitüdenfrei durchs
Programm zieht und team-intern wie
ein Federball weitergegeben wird?
Was
die Jungs musikalisch drauf haben,
zeigt sich im "Handling"
der Stücke. Swing und Jazz würzen
die klingenden Weihnachtsplätzchen
gleichermaßen und machen sie zu
Unikaten. Gitarrenverstärkt durch
Christoph Reck hat sich der
Gruppenklang reizvoll verändert,
was sich schon im ersten Stück
zeigte, das Martin Schmid mit
einem flotten E-Bass-Solo anwarf.
In versiertem Dialog von Bass und
Gitarre punktete Reck mit
apart-herben Akkorden und
Hanspeter Schmid zeigte, wie gespürvoll
man eine Posaune in
"gestopftem Piano"
herunterzähmen kann.
Für
die landesweit verstreuten Akteure
sind Proben ein Problem. Deshalb
spielen sie überwiegend
"alte" Stücke. Sie
klingen aber nicht aufgebacken,
sondern
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ofenfrisch
dank einfallsreicher Zubereitung.
Hinter vordergründig wirkender Lässigkeit
aber findet man, vor allem in den
Synchronpassagen, harte Disziplin.
Rüdiger Przybillas virtuose, oft
synkopenträchtige Beiträge sind
tonale Pyrotechnik inklusive deren
Sprühpotential.
Mit
"Oh Weih, oh Weih"
lieferten die Wurzelbären ihre
obligate Gesangsnummer ab, bei der
Peter Schmidt seine falsettierbare
Stimme registerbruchfrei bis zum
Knabensopran hinaufzauberte –
zweistimmig unterstützt durch
Magnus Schneider und Martin
Schmid. Drei Alphörnern,
zusammengeflanscht aus
Baumarkt-Restposten, rangen die
Musiker erstaunliche Töne ab.
Gitarrist Heiko Grom präsentierte
als Star-Gast zusammen mit Reck
Saitenfeuer in beeindruckender
Ausstrahlung und unaufgesetzter
Qualität. Fliegender Melodieführungswechsel
ließ beiden Raum für zündende
Akkordeinwürfe. Im letzten Stück,
dem einzigen Latin, "Swinging
the Samba", legte Peter
Schmidt per Schlagzeug in
zwingendem Temperament den
drivenden Schritt vor – stets
bassunterstützt durch Bruder
Martin Schmid, der die Gruppe fest
im metronomischen Griff hatte und
obendrein leichtfüßige Soli
beisteuerte.
Mit
der zweiten Zugabe, dem von
Hanspeter Schmid einkerzig
posaunierten "Stille
Nacht", durch Magnus
Schneider auf Piano-Plüsch
gebettet, wurden die Fans auf 2009
vertröstet, wo die Bären
vielleicht zweimal zuschlagen
werden.
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