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Rootbears
Weihnachtskonzert 2007
Fans
gehen
selig nach
Hause
BIBERACH - Wenn
sich Fans aus drei Generationen eine
Stunde vor Beginn Plätze sichern,
Treppenstufen besetzen, palisadengleich
an Wände reihen, kann es nur das
"Familienfest mit
Musikeinlage" sein, das seit 18
Jahren unter "Rootbears
Weihnachtskonzert" firmiert.
Die
verwitterungsresistent scheinenden
Musiker verstehen es blendend, Swing,
Jazz und Pop mit Nonchalance und Charme
zu kredenzen, garniert mit Bonmots und
Überzeichnungen. Berufsbedingt längst
in alle Winde zerstreut, finden sie nur
wenige Probentermine. Es ist
erstaunlich, was sie daraus machen.
Christoph
Reck, für
H.U. Gallus jetzt fest im Team, brachte
schon 2006 bereichernden Gitarrenklang
in den Gruppensound, setzte damit aber
nicht nur Akzente, sondern steuerte
neben aufhorchenden Soli mit "Do
not shoot" und "What am I here
for" Eigenkompositionen bei.
Rüdiger
Przybilla, Saxophon und Klarinette,
empfahl sich diesmal zudem als Vocalist
und brachte in bürstigem
"Italienisch on the rocks" mit
Überzeugung Texte an die Rampe, von
deren Inhalt er keine Ahnung hatte.
Gelungenes Latin-Kolorit steuerten
"Samba Tsigane" und
"Armandos Rumba" bei. Letztere
einem mysteriös entschwundenen
Biberacher Gastwirt gewidmet und ihm ins
Nirgendwo nachgeschickt.
Hans-Peter Schmid
bestach erneut durch warme Klangfülle
seiner Posaune,
lockeren Ansatz, sensible Tonführung
(vor allem im Piano) und stimmiges
Zusammenspiel mit den anderen
Instrumenten.
Sing-Schauspieler
Wilhelm Kächele von der
renommierten
"Theaterei Herrlingen" präsentierte
als Gast kantig deklamierte Satiresongs
wie "Gutes Tun im
Kreisverkehr" oder "Wenn alle
Männer Mädchen wären",
nassforsch serviert mit professioneller
Körpersprache und cleverem Einsatz
seiner sängerischen Möglichkeiten, im
Liebeslied "Let it be me" aber
auch mit stilgerechtem Feeling.
Erfreulich
oft griff Magnus Schneider zum
Akkordeon, absolut kein jazztypisches
Instrument, aber rootbearobligat.
Ebenso gekonnt zeigte er sich am Piano.
Mit "Root Blues No. 5"
steuerte er eine Eigenkomposition bei.
Gangartbestimmend
zündete Peter Schmid am Schlagzeug
rhythmische Schlaglichter, wo immer sie
passten, und überzeugte durch die
Unaufdringlichkeit, mit der er sich dem
klanglichen "Gemeinwohl"
verpflichtet hielt, unterstützt von
Bruder Martin
Schmid, der in bekannter
Zuverlässigkeit per E-Bass die Pflöcke
setzte. Prägnant ließ er wieder Soli
aufleuchten, wie zum Beispiel in
"Armandos Rumba" oder
"4 on 6".
Den
PflichtSlapstick lieferten die Sechs
diesmal per Orgelpfeifen, mit denen sie
"Oh du Fröhliche"
intonierten. Ohne das etablierte
Posaunensolo von H.P. Schmid mit "Stille-Nacht"-Anmutungen
als Zweitzugabe aber wäre wohl niemand
rootbearselig nach Hause gegangen.
Dieter
Schefold
Schwäbische
Zeitung, 4. Januar 2008
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