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7.
Januar 2007 Jazz Frühschoppen im Jazzkeller Biberach

Foto
Schönecker
Riverside
Jazzband mit Jahresauftakt nach Maß im
Jazzkeller
Mit
viel guter Laune im Gepäck nach
Biberach gereist
Einmal mehr sollte sich das vom gerade
zu sich gekommenen Bassisten und
Moderator der Riverside Jazzband Roland
Ekle ins Publikum geworfene Bonmot
bewahrheiten, wonach der Jazzfrühschoppen
von Jazzmusikern erfunden wurde um
besser aufzuwachen und in die Gänge zu
kommen. Tatsächlich gestaltete sich der
traditionelle musikalische Auftakt zum
Jazzjahr 2007 im Biberacher Jazzkeller
zunächst noch etwas verhalten. Wie ein
betagter Oldtimer aus der
Frühzeit des Automobils kam auch der
Oldtime Jazz der Riverside Jazzer aus
Stuttgart und Umgebung etwas stotternd
und mit viel Qualm erst langsam in
Fahrt. Im zweiten und erst recht im
dritten Set ging dann aber so richtig
die Post ab.
Ohne Scheu vor bekannten
Jazz-Klassikern, in selbstbewussten
Eigenarrangements des gefeatureten
Posaunisten und Arrangeurs Eberhard
Budziat und in durchaus untypischer
Besetzung, die ohne das ansonsten im frühen
Jazz dominierende Kornett auskam und
auch die Klarinette durchweg durch
Sopran- oder Tenorsaxophon ersetzte,
spielten die aus dem Raum Tübingen/Stuttgart
mit viel guter Laune im Gepäck
angereisten Musiker einen überraschend
abwechslungsreichen, transparenten, ja
gediegenen Traditional Jazz, dem es an
rein gar nichts mangelte. Im Gegenteil:
mit der geradezu genial geblasenen Blues
Harp brachte der Pianist und Posaunist
Helmut Schneider ein urtypisches
Bluesfeeling in die Standards und
widerlegte all
diejenigen, die immer noch glauben, die
Hohner-Mundharmonika sei ein bieder bürgerliches
Instrumentchen für jüngere Kinder. Die
Art und Weise, in der seine Bluesharfentöne
unter die Haut gingen, ließ eher an
eine Altersfreigabe ab 18 denken. Mit
seinem New Orleans-typisch ungekünstelt
direkten Jazzgesang, frech-rotzigem
Tenorsax-Sound und einschmeichelnden
Sopransaxophonklängen war Peter Wolff
neben Schneider der zweite
Multi-Instrumentalist, dessen Karriere
gar mit der Jazztrompete begann.
Peter Hensinger an Banjo und Gitarre
sowie der Riedlinger Herbie Wachter als
Gast-Drummer komplettierten die
Besetzung und sorgten für einen
dezent-verlässlichen Groove mit
gelegentlichen solistischen Ambitionen.
Rock-, Pop- und Swingeinflüsse und eine
stilistische Bandbreite, die selbst vor
lateinamerikanischen Tanzrhythmen und
schlagerhaften Elementen keinen Halt
machte, sorgten, gepaart mit einer
offenkundigen und ansteckenden
Spielfreude, im weißwurstsatten
Publikum für eine Bombenstimmung und
verpflichteten zu zwei gern gewährten
Zugaben, die den „Früh“-Schoppen
erst
kurz vor dem Nachmittagskaffee enden ließen.
Dr. Helmut Schönecker
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