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Ganz auf den brasilianischen Sänger und Gitarristen
Fabiano Pereira zugeschnitten,
erwies sich das Bandprojekt
„mit4spiel5“ mit seinem
Schwerpunkt auf „Brasil Jazz“
als Glücksgriff für die Eröffnung
des zweiten Halbjahresprogramms
vom Jazzclub unter dem Motto
„Die Welt zu Gast in
Biberach“. Seinen herrlich
relaxten Sprechgesang selbst auf
der Gitarre organisch begleitend
und mit kultigem Hut als
Markenzeichen, stand der gebürtige
Brasilianer und Wahl-Ludwigsburger
mit überwiegend portugiesischen
Liedern und Songs im musikalischen
Zentrum des Geschehens, schlug
unnachahmlich den Bogen vom südlichen
Urlaubsambiente zum schwäbischen
Alltag.
Der erst 18
Jahre junge Benjamin Jud am E-Bass integrierte sich dank
verstärkter Aufmerksamkeit des
Bandleaders ebenso stimmig ins
Bandkonzept wie der meist etwas
„verdeckt“ aber dafür um so
präziser agierende Jan Philipp
Wiesmann am Schlagzeug. Stefan
Koschitzki, der neben Saxophon, Flöte
und Perkussion auch für die eine
oder andere Komposition
verantwortlich zeichnete (Koschinho),
füllte nicht nur sämtliche
klanglichen Lücken, sondern trat
auch häufig als versierter
Improvisator in Erscheinung.
Sensibler
und kompromissloser Umgang mit dem
Sound, erlesenes Instrumentarium,
typische Kultinstrumente, vor
allem des Keyboarders Martin
Meixner, wie Rhodes, Hammond, Korg
oder auch die Unterstützung durch
sorgfältig von Pereira ausgewählte
und eingepasste Loops aus dem
Notebook mit dem Apfel, gepaart
mit einem erfrischenden Hang zum
Experimentellen
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(Museum
der Jugend, Maß aller
Dinge) gebar eine ansprechende
Musik, die wie selbstverständlich
kulturelle und künstlerische Brücken
schlug. Von Samba und Bossa
durchpulste Songs auf
Portugiesisch von A.C. Jobim,
Sergio Mendez oder Noel Rosa und
– mit der größten Selbstverständlichkeit
– von Fabiano Pereira auch auf
Deutsch, mal mit Rap-, mal mit
Funkeinflüssen (Filosofunkos)
gingen buchstäblich unter die
Haut.
Dass die
Spielfreude des Quintetts bei
diesen eher unkonventionellen
Mixturen sichtlich und hörbar
anwuchs, mag dem höheren
Energielevel dieser Musikrichtung
geschuldet sein, bot aber
gleichzeitig eine hoch spannende
und willkommene stilistische Öffnung
des strapazierten Latin-Idioms zu
einer vielschichtigen,
differenzierten Melange am Rande
des modernen Mainstream in einer
spezifischen Mischung zwischen
Easy Listening und gut dosierten
Innovationen.
Die
zunehmende Begeisterung der
Musiker übertrug sich besonders
im zweiten Set auf das ungewöhnlich
zahlreich erschienene Publikum,
welches mit lang anhaltendem
Beifall nicht geizte. Die
aufgekratzte Stimmung entlockte
Pereira schließlich das
Kompliment an Publikum und
Veranstalter, einen der schönsten
Jazzkeller Süddeutschlands zu
betreiben. Beste Akustik,
hervorragende Beleuchtung und ein
gemütliches Ambiente inspirierte
die Musiker zu Höchstleistungen
und führte zu einem zufriedenen
Publikum. Zwei herbeigeklatschte
Zugaben erbrachten den schlagenden
Beweis.
Dr.
Helmut Schönecker
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