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Konzertbericht vom 19.05., Jazzkeller Biberach
Zupackender Modern Swing mit dem Patrick Tompert Trio
Kreative Eruptionen
Mit einem zupackenden Opener und der originellen Eigenkomposition “Sam`s Blues” setzte Patrick Tompert in seinem beherzt aufspielenden Trio die Standards für einen kurzweiligen
Konzertabend im Jazzkeller der Jugendmusikschule: sicheres Timing, bluesig swingender Groove, virtuose Improvisationen, interessante Arrangements. Jede der folgenden Komposition löste sich mehr aus der
anfänglichen Routine in eine ebenso eigenwillige wie kreative Kür, die mit sicherem Gespür den stilistischen Rahmen absteckte und zu einer lebendigen Interaktion der in distinguiertes Schwarz gekleideten Musiker
führte.
Eigenkompositionen und Arrangements bekannter Standards klangen gleichermaßen wie aus einem Guss. Nicht nur die ausgewogene Balance der klassischen Klaviertrio-Besetzung, mit zum
Glück nur akustisch gespieltem Flügel, sondern wohl auch die gemeinsame musikalische Wellenlänge der Musiker bot die Gewähr für einen höchst differenzierten modernen Swing. Für den kurzfristig ausgefallenen
Davide Perocca spielte sensibel und melodiös, wenn auch zunächst noch etwas verhalten der Kontrabassist German Klaiber, am Schlagzeug überzeugte in gewohnter Souveränität und Präzision Werner Braun.
Seele und Motor des Trios war jedoch zweifellos Patrick Tompert. Seine phantasievollen Improvisationen mit immer wieder überraschenden Wendungen, seine brilliante Fingerakrobatik,
die stimulierenden Synkopierungen der linken Hand, die glitzernden Glissandi und vor allem sein Sinn fürs musikalisch Ganze, für die richtige Mischung aller Elemente, durchströmten eine lebendige Musik, die das
Publikum animierte und begeisterte. Dass Tompert dabei recht trocken und zurückhaltend blieb, entsprach in gewissem Sinne auch dem Charakter der Musik des Trios, die eben nicht billig anpreisend, effektheischend,
oberflächlich oder bloss unterhaltend sein wollte und diesem Anspruch durchaus genügte..
gez. H. Schönecker
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