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Fotos
(2) Schönecker
Terrence
Ngassa Afro Quintet
im
gut gefüllten Jazzkeller
Afrikanischer
Startrompeter trifft Biberacher
Jazzpreisträgerin
Was
sich in der Konzertankündigung des
Biberacher Jazzclubs wie ein
x-beliebiges stilistisches Sammelsurium
eben aus Afro, Ethno, Jazz und Funk las,
fand im jungen afrikanischen Trompeter
und Bandleader Terrence Ngassa einen
musikalischen Brennspiegel, der die
einzelnen Bestandteile der bunten
Mischung aufschmolz und mit großer
gestalterischer Kraft in neue Strukturen
überführte. Der aus Kamerun stammende
Ngassa, aufgrund seines ausdrucksstarken
Trompetenspiels oft mit dem jungen Louis
Armstrong verglichen, verkörpert einen
faszinierenden Musikstil, der klar
erkennbar zu seinen westafrikanischen
Wurzeln steht und sich dennoch
neuen Einflüssen nicht verschließt.
Seine stark ethnisch gefärbten
gesanglichen Einlagen kamen, unverstärkt
und klanglich unverfälscht, besonders
sympathisch herüber. Ein erfreulicher
Nebeneffekt bestand darin, dass er während
des Singens besonders seine virilen
Mitstreiter zur kontemplativen Zurückhaltung
zwang. Resultat war eine, trotz
packender Grooves und knackiger Präsenz,
stark ausdifferenzierte, lebendige Musik
mit großem Dynamikumfang und
unglaublichem Ideenreichtum. In den
transparenten Arrangements aus der Feder
Ngassas kamen, nach anfänglicher Zurückhaltung,
vor allem dialogische Improvisationen
zwischen der Trompete und dem
herausragenden Maxim Begun am Saxophon
sowie natürlich zu der durch brillant
perlendes Spiel und sensibler Begleitung
gefallenden Laia Genc.
Die Gewinnerin des Biberacher
Jazzpreises 2004, von deren damaligen
Mitstreitern nur der geniale Drummer
Mirek Pyschny in der aktuellen Formation
vertreten war, war Ngassa und Begun eine
kongeniale Partnerin. Ihre Freude an dem
hochwertigen Steinwayflügel im
Jazzkeller war mit Händen zu greifen,
ihre Spielfreude durchwirkte alle Stücke
und bildete eine glitzernde,
stimulierende Matrix aus der mit
zunehmender Dauer des gut besuchten
Konzertabends ein pulsierendes und
schimmerndes, immer wieder von kreativen
Blitzen durchzucktes organisches
Geflecht musikalischer Ideen
wurde.
Das anfänglich ebenfalls noch etwas zurückhaltende
Publikum lief, durch Ngassa immer wieder
zum Mitmachen animiert, schließlich
ebenfalls zur Hochform auf, feuerte das
Afro Quintet mit begeisterten Ausrufen,
animierenden Pfiffen und heftigem
Beifall zu immer höheren Leistungen an.
Jetzt fetzte auch Ngassa auf seiner
„sprechenden“ Trompete bis in die höchsten
Lagen, lieferte sich packende
Improvisationsduelle mit dem über sich
hinaus wachsenden Maxim Begun. Der
Offenburger Daniel Speer am
Kontrabass steuerte, neben einigen
durchaus beeindruckenden solistischen
Einlagen, ein dezent groovendes
Fundament zur Musik bei. Erst nach
mehreren Zugaben und heftigen Beifallsstürmen
durfte das Quintet von der Bühne.
Dr. Helmut Schönecker
Schwäbische
Zeitung, 27. September 2007
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