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Max & More

12. Juni 2009 um 20:30 Uhr im Biberacher Jazzkeller

  Foto Schönecker

Max & More – Percussion-Duo mit Herz und Witz

"Wer spielt heute Abend im Jazzkeller, zwei Trommler, wird das nicht schnell langweilig? Irgendwie fehlt da doch jede Melodie." Dass der Fragesteller neben vielen anderen dann doch zum Konzert mit dem Stuttgarter Perkussionistenduo "Max & More" erschien, musste er nicht bereuen. Bereits mit dem ersten Titel "Glockenklang" für Röhrenglocken wurde offenkundig, auch Schlaginstrumente sind der Melodien mächtig. Darüber hinaus entlockten Uwe Kühner und Bernd Settelmeyer ihren unzähligen, darunter auch recht exotischen Instrumenten wie Balibells oder Quica eine klangliche Mannigfaltigkeit in einem rhythmisch multidimensionalen Raum, in dem es an nichts mangelte.

Bereits am Vormittag hatte das Duo im Rahmen des von der Landesstiftung Baden-Württemberg, der LBBW und dem Landesjazzverband geförderten Projektes "Jazz für Kinder" zwei Workshops mit begeisterndem Abschlusskonzert an der Grundschule Mettenberg gegeben. Dass sie mit ihrer sympathisch-kommunikativen Art nicht nur Kinder begeistern können, war auch bei den Großen schnell klar. Eine wohlüberlegte Dramaturgie, bestens aufgelegte Musiker und ein Publikum, das mit seinem Enthusiasmus nicht hinterm Berg hielt, führten mit fortschreitendem Abend zu einer immer dichteren Atmosphäre, die in einer heiteren Gelassenheit das ästhetisch-spielerische Element der Musik auf den berühmten – und dennoch so seltenen – Punkt brachten. Spaß und Spannung, klare Strukturen und improvisatorische Freiheiten standen in perfekter Balance. 

Besonders eindrucksvoll wurde dies deutlich im zweiten Stück nach der Pause in dem zwei, eher aus der Filmmusik bekannte "water drums", mit sphärischen Klängen und Raumwirkungen emphatische  Empfindungen oder gar tranceartig schwebende Zustände auslösten. Über die skurrilen Sounds aus einer Federtrommel wurden die anfangs amorph wabernden Klangschichten schließlich immer stärker rhythmisch gefasst und konkretisiert um über afrikanische Schlitztrommel und Djembe schließlich in präzise, zupackende Rhythmuspatterns mit viel Drive und Groove überzugehen. Das mit geschlossenen Augen in kontemplativer Verzückung befindliche Publikum erwachte nach erholsamer Drift durch klangliche Metawelten in heiterer Frische.

Uwe Kühner und Bernd Settelmeyer spielen seit ihrem gemeinsamen Schlagzeugstudium bei Pierre Favre (der auch die einzige Fremdkomposition zum Programm beisteuerte) an der Musikhochschule Stuttgart miteinander in diversen Bandprojekten. Offenkundig auch musikalisch auf der selben Wellenlänge gelangen den beiden komplementäre Verzahnungen auch der komplexesten Strukturen mit einer Selbstverständlichkeit, die nur telepathische Ursachen haben konnte. Mehrere Zugaben und eine kurze Lektion in Instrumentenkunde ließen einen erfrischend kurzweiligen Abend in heiterer Zufriedenheit ausklingen.

Dr. Helmut Schönecker

Originaltext für die Schwäbische Zeitung

 

 

 

 

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