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"Wer
spielt heute Abend im Jazzkeller,
zwei Trommler, wird das nicht
schnell langweilig? Irgendwie
fehlt da doch jede Melodie."
Dass der Fragesteller neben vielen
anderen dann doch zum Konzert mit
dem Stuttgarter Perkussionistenduo
"Max & More"
erschien, musste er nicht bereuen.
Bereits mit dem ersten Titel
"Glockenklang" für Röhrenglocken
wurde offenkundig, auch
Schlaginstrumente sind der
Melodien mächtig. Darüber hinaus
entlockten Uwe Kühner und Bernd
Settelmeyer ihren unzähligen,
darunter auch recht exotischen
Instrumenten wie Balibells oder
Quica eine klangliche
Mannigfaltigkeit in einem
rhythmisch multidimensionalen
Raum, in dem es an nichts
mangelte.
Bereits
am Vormittag hatte das Duo im
Rahmen des von der Landesstiftung
Baden-Württemberg, der LBBW und
dem Landesjazzverband geförderten
Projektes "Jazz für
Kinder" zwei Workshops mit
begeisterndem Abschlusskonzert an
der Grundschule Mettenberg
gegeben. Dass sie mit ihrer
sympathisch-kommunikativen Art
nicht nur Kinder begeistern können,
war auch bei den Großen schnell
klar. Eine wohlüberlegte
Dramaturgie, bestens aufgelegte
Musiker und ein Publikum, das mit
seinem Enthusiasmus nicht hinterm
Berg hielt, führten mit
fortschreitendem Abend zu einer
immer dichteren Atmosphäre, die
in einer heiteren Gelassenheit das
ästhetisch-spielerische Element
der Musik auf den berühmten –
und dennoch so seltenen – Punkt
brachten. Spaß und Spannung,
klare Strukturen und
improvisatorische Freiheiten
standen in perfekter Balance.
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Besonders
eindrucksvoll wurde dies deutlich
im zweiten Stück nach der Pause
in dem zwei, eher aus der
Filmmusik bekannte "water
drums", mit sphärischen Klängen
und Raumwirkungen emphatische
Empfindungen oder gar
tranceartig schwebende Zustände
auslösten. Über die skurrilen
Sounds aus einer Federtrommel
wurden die anfangs amorph
wabernden Klangschichten schließlich
immer stärker rhythmisch gefasst
und konkretisiert um über
afrikanische Schlitztrommel und
Djembe schließlich in präzise,
zupackende Rhythmuspatterns mit
viel Drive und Groove überzugehen.
Das mit geschlossenen Augen in
kontemplativer Verzückung
befindliche Publikum erwachte nach
erholsamer Drift durch klangliche
Metawelten in heiterer Frische.
Uwe
Kühner und Bernd Settelmeyer
spielen seit ihrem gemeinsamen
Schlagzeugstudium bei Pierre Favre
(der auch die einzige
Fremdkomposition zum Programm
beisteuerte) an der
Musikhochschule Stuttgart
miteinander in diversen
Bandprojekten. Offenkundig auch
musikalisch auf der selben Wellenlänge
gelangen den beiden komplementäre
Verzahnungen auch der komplexesten
Strukturen mit einer Selbstverständlichkeit,
die nur telepathische Ursachen
haben konnte. Mehrere Zugaben und
eine kurze Lektion in
Instrumentenkunde ließen einen
erfrischend kurzweiligen Abend in
heiterer Zufriedenheit ausklingen.
Dr.
Helmut Schönecker
Originaltext
für die Schwäbische Zeitung
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