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Ungewöhnliches Konzert
Sechs
befrackte Herren lassen die „Comedians"
aufleben

BIBERACH – Ein ungewöhnliches Konzert
boten sechs befrackte Herren mit professioneller
Präzision und viel Charme zum Entzücken eines
begeisterten Publikums. Das Biberacher Debüt der
Gruppe als Veranstaltung des Jazzclubs war
harmoniesattes Beispiel für exzellent einstudierten
Ensemblegesang.
Der Jazzkeller war viel
zu klein für das große Publikumsinteresse; die
Gruppe hätte einen größeren Raum, wie den an
diesem Abend nicht anderweitig gebrauchten
Pestalozzisaal verdient gehabt.
Die Tenöre Thomas Mentzel und Peter Schmidt, die Baritone Ralph Kolars
und Markus Stürzenhofecker, der Bass Klaus Hinrichs
und der ausgezeichnete Pianist Alexander Matt
konzertieren seit 2003 mit musikalischen
Leckerbissen mit dem Schwerpunkt auf die
Original-Songs der Comedian Harmonists. Sie
begeistern ihr Publikum mit einem flotten
Ensemblesound, Musikalität, mit Witz, wenn nötig
auch mit durchaus ironischem Pathos, mit manchmal
ungewöhnlichen Arrangements.
Ralph Kolars sprach zwischen den
Gesangsnummern überleitende Texte. Sie sangen
leichthändig, mit schön geführten Naturstimmen,
präziser Intonation, kontrolliert sparsamem
Vibrato, guter Sprachverständlichkeit; sie
gestalteten hintersinnig und vordergründig, breitflächig
und ziseliert, brachten ihr Publikum in Stimmung.
Immer wieder schön, die Highlights der legendären
Comedian Harmonists zu hören: „Veronika der Lenz
ist da"„ ,Mein kleiner grüner Kaktus",
„Schöne Isabella", „Ein Freund...",
unmöglich alle aufzuzählen. Rap der Dreißiger,
als er noch nicht so hieß und kunstvoll gesungen
und nicht – wie heute – bloß plump geschrieen
wird.
Dazu Ausflüge in andere Genres: Zum Einstieg eine Allemande aus der
Renaissance mit höchst modernem Text. Das Volkslied
„In einem kühlen Grunde" dann lyrisch und
gefühlsbetont, „Can't buy me love" sehr
schottisch, elegisch „The lonesome road",
klassisch ein „Ungarischer Tanz" von Brahms und das berühmte
„Menuett" von Boccherini.
Die sechs befrackten Herren sangen englische
und deutsche Texte, auch Vokalisen, immer
stilsicher, ästhetisch, gelegentlich körpersprachlich
unterstützt durch angedeutete Tanzschritte und
sparsame Requisiten. Das gut gelaunte Publikum ging
begeistert mit und erklatschte sich zwei Zugaben,
natürlich von den Comedian Harmonists.
Günter Vogel, in der Schwäbischen
Zeitung vom 11. Oktober 2004
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