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Volle
Bude, volle Begeisterung, volles
Programm war am Freitagabend im
Jazzkeller angesagt. Die aufgrund
des vormittäglichen interaktiven
Gesprächskonzertes im Rahmen der
von der Landesstiftung Baden-Württemberg,
der LBBW und dem
Landesjazzverbandes geförderten
Veranstaltungsreihe „Jazz für
Kinder“ am Wieland-Gymnasium
angereisten
Jazzer boten interessierten
Eltern und Jazzfans auf Einladung
des Biberacher Jazzclubs einen
eindrucksvollen Querschnitt ihres
hochkarätigen Repertoires.
Neben
vielen kleinen Kostbarkeiten, Stücke
von oder für Chet Baker, Irving
Berlin und anderen Titeln seines
mittlerweile ziemlich umfänglichen
Opus lieferte Lackerschmid vor
allem mit einer Komposition über
Richard Rodgers „My Favorite
Things“ aus dem Broadway-Musical
“The Sound of Music” einen
raffinierten, komplex-hintergründigen
Beitrag. Das Highlight aus dem
Musical über die berühmte
Trappfamilie, dessen Harmoniefolge
– wie Lackerschmid anlässlich
seiner Vorbereitungen für einen
musikalischen Beitrag zum
Bachfestival Leipzig im Jahr 2006
entdeckte - weitestgehend mit der
aus Johann Sebastian Bachs
“Gigue” aus der Englischen
Suite No. 5 identisch ist,
inspirierte Lackerschmid zu einer
frechen Gratwanderung zwischen
zwei musikalischen Welten. Dieser
„seriöse Spaß“ wurde nur
noch von den als
Auftragskomposition von
Lackerschmid vertonten
Mozartbriefen an dessen Augsburger
Bäsle Maria Anna Thekla getoppt.
Die deftig-kräftige Sprache des
jungen Mozart ("...bin wie
immer der alte junge Sauschwanz
...") fand in Lackerschmids
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intellektuellen
musikalischen (An-) Spielereien
eine kongeniale Entsprechung aus
der auch und gerade die ästhetische
Auseinandersetzung der
grundverschiedenen Genres ihre
Kraft bezog. Der
lapidar-melancholische stimmliche
Zugriff von Stefanie Schlesinger
erwies sich dabei als ideales
Medium hintersinnigen
Gedankengutes. Besonders im
zweiten Set sprühten die Akteure
förmlich vor Kreativität und
Spielfreude. Der Schalk blitzte
aus den Augen des Bandleaders,
der, förmlich über seinem
Vibraphon schwebend, vom
rhythmisch groovenden Begleiter in
fließenden Übergängen zum
virtuosen Improvisator changierte.
In
dem brasilianischen
Spitzengitarrero Pedro Tagliani,
der auf seiner 7-saitigen
Spezial-Gitarre auch das in der
Besetzung fehlende Bassregister
abdeckte, fand Lackerschmid einen
souveränen Mitstreiter. Unterstützt
durch eine fußschalterbediente
„Loopmaschine“, die es ihm
erlaubte, mehrere musikalische
Ebenen übereinander zu schichten,
entfaltete Tagliani harmonische
Begleitstrukturen in orchestraler
Dichte, groovende Basslinien und
eher geräuschhafte
Rhythmuspatterns über denen er
als Krönung seiner Schöpfungen
schließlich hochvirtuose
Improvisationen erblühen ließ.
Die Interaktion mit den
Mitmusikern funktionierte dabei,
meist sogar blicklos, in einer
Perfektion, die neben großem
Fingerspitzengefühl und langjähriger
Übung vor allem auf einer
gemeinsamen Wellenlänge beruhen dürfte.
Mehrere Zugaben hinterließen ein
restlos begeistertes Publikum.
Dr.
Helmut Schönecker
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