BIBERACH
- 120 begeisterte Dritt- und
Fünftklässler aus Warthausen und
Biberach verfolgten die nunmehr bereits
fünfte Veranstaltung in der Reihe "Jazz
für Kinder", die in einer
Kooperation zwischen Stadtbücherei und
Jazzclub Biberach e.V., gefördert durch
Baden-Württemberg-Stiftung, Landesbank
Baden-Württemberg und Landesjazzverband
Baden-Württemberg, am vergangenen Freitag
erfolgreich über die Bühne ging. Dicht
gepackt auf bunten Sitzteppichen und –würfeln
hingen 240 staunende Augen und Ohren des
jungen Publikums an den vier Musikern von
"Boogaloo", die ein besonders
junges, kurzweiliges Programm
zusammengestellt hatten.
Ob
bei der Musik zur "Sendung mit der
Maus", "Pippi Langstrumpf",
"Wickie" oder auch "Speedy
Gonzales", der schnellsten Rennmaus
der Welt, Ruth Sabadino nahm die
Kids buchstäblich bei der Hand und
führte sie mit bekannten Melodien durch
die unbekannte Welt des Jazz. Eine der
Altersgruppe gerechte, schnelle und
witzige Moderation unter Einbeziehung der
Kids brachte eher beiläufig die
entscheidenden Informationen über die
häufig als zu anspruchsvoll empfundene
Musik an die aufmerksamen Zuhörer. Im
Mittelpunkt stand dabei immer die
packende Darbietung handgemachter,
improvisierter Musik. Bei den zahlreichen
Mitmachteilen wurde es zwar bisweilen
ziemlich lebhaft, Klatschen,
Mund-Perkussion, rhythmisches Bewegen oder
auch Singen klappten aber bei den Kids
ganz selbstverständlich.
Erwartungsgemäß
stieß das Schlagzeug von Christoph
Sabadino besonders bei den Jungs auf
große Aufmerksamkeit. Durchaus
überraschend für die Künstler war
jedoch der hohe Anteil von Schülern, die
bereits ein Instrument erlernen. Vor allem
junge Pianisten, Flötisten und
Gitarristen gab es in großer Zahl, doch
auch Geige oder Saxophon waren gut
vertreten. Im lockeren Gespräch holte
sich Ruth Sabadino immer wieder die
Aufmerksamkeit ihrer jungen Zuhörer,
verblüffte durch besonders virtuose und
ausdrucksstarke Saxophonsoli oder den
fliegenden Wechsel zwischen Instrument und
Singen. Bei Uli Möck am Piano
vermuteten manche Kids gar, er hätte 20
Finger, so gut wie er mit den 88 Tasten
des Klaviers zurechtkomme. Die Verwandtschaft
des Kontrabasses von Kurt Holzkämper
mit einer Hornisse (wegen des langen
Stachels) hinderte diesen nicht daran, „das
dicke Möbelstück" übers Knie zu
legen und zur allgemeinen Freude gitarrenmäßig
zu bespielen.
Im
Anschluss an die knapp 90minütigen
Darbietungen mit lautstark geforderten
Zugaben gab es dann Gelegenheit zum
Fragen, Instrumente anfassen und kennen
lernen, zum Autogramme einholen oder die
Musiker auch mal ganz aus der Nähe sehen.
Von dichten Trauben umlagert bewiesen
diese engelsgleiche Geduld mit den
wissbegierigen Nachwuchskünstlern.
Dr.
Helmut Schönecker
Originaltext
für die Schwäbische Zeitung Biberach
Eine
Fotogalerie
zu dieser Veranstaltung finden Sie hier:
http://picasaweb.google.com/raldald/BogalooJazzForKidsOktober2010#