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Bereits
zum dritten Mal innerhalb eines
Jahres organisierte der Jazzclub
Biberach e.V. in Zusammenarbeit
mit dem Landesjazzverband eine
Sonderveranstaltung in der Reihe
„Jazz für Kinder“. Mit
finanzieller Unterstützung durch
die Landesstiftung Baden-Württemberg
und die LBBW konnten erneut
professionelle Jazzmusiker für
ein interaktives Gesprächskonzert
bzw. für einen Workshop zum
Mitmachen, speziell für Kinder
gewonnen werden. Nach den Schülerinnen
und Schülern des
Wieland-Gymnasiums und den
Grundschülern aus Mettenberg
kamen dieses Mal die Kinder der
musikalischen Früherziehung und
der Orientierungsstufe an der
Musikschule zum Zuge.
Mit
erwartungsvollen Gesichtchen und
staunenden Augen, fest an der Hand
ihrer Väter, Mütter oder auch
Großeltern, kamen die jüngsten
Musikschulkinder von Angelika Glöggler
am Samstagvormittag in den
Neubausaal. Ein riesiger schwarzer
Flügel, eine ziemlich große
„Geige“ und ein ungewöhnlich
kleines Schlagzeug standen da
wartend herum. Die erste Überraschung
– die Musiker sahen auch nicht
anders aus als das normale
Publikum, kein dunkler Anzug,
keine Krawatten oder Fliegen
sondern ganz normale Klamotten,
anscheinend auch ganz normale
Leute zum Anfassen. Das klassische
Jazz-Klaviertrio setzte sich
zusammen aus Andreas Herrmann
(Klavier), Markus Bodenseh
(Kontrabass) und Matthias Daneck
(Schlagzeug).
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Mit
pädagogischer Raffinesse hatte
der gebürtige Biberacher Daneck,
der auch die verbale Kommunikation
mit den Kindern übernahm, ein
allseits bekanntes Kinderlied gewählt
um daran aufzuzeigen, was Jazz von
anderer Musik unterscheidet: vor
allem Improvisation und
Rhythmusgefühl. Unterstützt
durch die Erwachsenen sangen die
Kinder, zunächst noch etwas
gelangweilt, vereinzelt aber auch
schon ziemlich „cool“
dreinblickend, das bekannte
Kinderlied – pardon, den
Jazz-Song - „Alle meine
Entchen“. Mit der Langeweile war
es jedoch schon bald vorbei, als
zum Singen noch das Klatschen auf
den 2. und 4. Schlag, dem
jazztypischen Offbeat kam. Und als
dann noch jeder der Musiker eine
virtuose Improvisation nach der
anderen über das harmlose
Kinderlied hinlegte, war es
vollends vorbei mit der anfänglichen
Beschaulichkeit, die zweite Überraschung
war gelungen: ein harmloses,
langweiliges Kinderliedchen hatte
sich durch das Zauberwort
„Jazz“ in eine spannende und
unterhaltsame Musik verwandelt,
bei der man aus dem Staunen nicht
mehr herauskam.
Höchst
informativ war dann auch die
Verpackung des Liedchens in
verschiedene Rhythmen. Von Bossa,
Samba, Walzer und Tango hatten die
Kids zwar noch nicht soviel
Ahnung, dies tat der Begeisterung
jedoch keinen Abbruch. Am Ende der
kurzweiligen Unternehmung durften
dann auch noch die Instrumente
besichtigt und die Stars angefasst
werden. Was möchte man mehr von
einem normalen Samstagvormittag? |