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Billy
Evans, Dizzy Gillespie, Miles
Davis und andere Größen des Jazz
waren unter den Komponisten
vertreten, die, vermittelt durch
ein gut aufgelegtes Jazztrio mit
teils heimischen Wurzeln ein
zahlreich im Biberacher Jazzkeller
vertretenes Publikum in zunehmend
bessere Laune versetzten.
Besonders die Eigenkompositionen
des souverän am Steinwayflügel
brillierenden Andreas Herrmann
boten frische, gut gewürzte,
musikalische Feinkost.
Ob
in einer frühzeitlichen
Kontrapunktstudie über ein Thema
von Josquin Desprez, mit einer
launigen Anspielung auf seinen im
Publikum anwesenden ehemaligen
Kontrapunktlehrer Peter Marx, in
„Black Humor“ oder der
melancholischen „Hymne über
eine verlorene Liebe“, Herrmanns
Stücke waren abwechslungsreich,
spannend und hintersinnig
zugleich. Mit glitzernd perlenden
Läufen über farbigen Harmonien
in wohlgesetzten Synkopen
changierten seine Improvisationen
zwischen aufregend und
einschmeichelnd, ohne dabei in
Plattitüden zu verfallen oder die
Herkunft seiner Inspirationen
allzu deutlich werden zu lassen.
Feinsinnig alles Dicke, Überladene,
Plakative aber auch das nahe
liegende Konventionelle
vermeidend, wirkte Herrmanns
musikalischer Zugriff nicht nur für
das ganze Trio konstituierend
sondern erwies sich in seiner
eleganten Schlichtheit geradezu
als stilbildend im Sinne eines
gewissermaßen „klassischen“
„Modern Jazz“.
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Dem
musikalischen Chamäleon am
Schlagzeug, Matthias Daneck,
dessen virtuose Begleitpatterns
sich in permanenter Metamorphose
befanden und der kaum zwei
aufeinander folgende Takte mit dem
gleichen Rhythmus füllte, kam
diese „Vermeidungsstrategie
alles Konventionellen“ ebenfalls
entgegen. Die Offenheit der
Begleitstrukturen ermöglichte
intensive Interaktion mit den
Mitspielern. Keine der
Improvisationen Danecks glich der
anderen, das Überraschungsmoment
gehört zu seinen Markenzeichen.
Neben
dem in Freiburg lebenden
ehemaligen Biberacher Andreas
Herrmann nutzte diese strukturelle
Offenheit auch immer wieder der
Stuttgarter Markus Bodenseh am
Kontrabass. Mit sattem druckvollen
Sound komplettierte der
vielgefragte Sideman das hochkarätige
Trio auch klanglich. Mit wenigen
Ausnahmen, etwa in Herrmanns
Komposition „Waltz“, in der er
den festen Angelpunkt für die
rasenden Mitspieler bereitstellen
musste, konnte auch er die meisten
musikalischen Konventionen
erfolgreich umschiffen. Bodensehs
Spiel mit den gewachsenen
Traditionen seiner Zunft geriet
durch fortwährende
Variantenbildung zu einem amüsanten
Divertimento, das aber gleichwohl
seiner bodenständigen Aufgabe als
"basso fundamentale"
mehr als gerecht wurde. Seine
kreativen und oft auch humorigen
Kompositionen
bildeten einen künstlerischen
Widerpart zu Herrmann und rundeten
das Ganze wohltuend ab. Dankbarem
Applaus folgte eine gerne gewährte
Zugabe. |