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Foto Schönecker
New
York, Rio und Bombay umreißen das
magische Dreieck in dem sich die
musikalischen Wurzeln der in Stuttgart
lebenden, gebürtigen Inderin Fauzia
Maria Beg lokalisieren lassen. Vor einer
eindrucksvollen Publikumskulisse mit
zahlreichen begeisterten Fans der
faszinierenden Sängerin überreichte
ihr Quartett am Freitagabend einen
bunten Strauß an selbst arrangierten
oder komponierten musikalischen Einfällen.
Die große Bandbreite an gestalterischen
Ideen, die technische Perfektion ihrer
Umsetzung, die Kreativität der
eingestreuten Improvisationen und vor
allem der unglaubliche Groove, der einen
das in der Quartett-Besetzung
ausgesparte Schlagzeug nicht wirklich
vermissen ließ, zeugten von hoher
Professionalität. Die klangliche
Transparenz der Besetzung ermöglichte
eine fast schon kammermusikalische
Verdichtung der musikalischen Strukturen
bei gleichzeitig höchster Eigenständigkeit
der Partner. Auf einem souveränen
Fundament von Kontrabassist Thomas
Krisch, der durch vielfältige
Spieltechniken, teilweise auch unter
Einsatz des Bogens sowie virtuoser
Beherrschung von Flageoletttönen glänzte,
bauten der professorale Martin Schrack
am Steinwayflügel und der famose
Ex-Biberacher Jochen Feucht an Sopran-
und Tenorsaxophon sowie Querflöte ihre
fantasievollen musikalischen Traumpaläste,
denen Fauzia Maria Beg nicht nur die krönende
exotische Komponente hinzufügte.
Die indische Vollblutmusikerin schaffte
es spielend, die divergierenden Elemente
der vielfältigen Stilelemente und
Musiker zusammen zu halten und daraus
auch noch jene Spannung zu beziehen, die
erst den Funken überspringen lässt. In
ihren knappen, auf Deutsch und Englisch
gehaltenen Moderationen, vermittelte sie
einen überzeugenden Eindruck davon, was
ihre Musik bedeutet und was Musik für
sie bedeutet. So wurde jedem im Publikum
sinnfällig, dass sie den Blues bekommen
hat, als sie in einer überfüllten
S-Bahn täglich zwei Stunden zur Arbeit
ins Hotel Sheraton im Süden Bombays
fahren und eingeklemmt zwischen
stinkenden Fischverkäuferinnen und
schwitzenden Marktweibern die
Inspiration für eine gepflegte
musikalische Unterhaltung des
internationalen Hotelpublikums suchen
musste. Dass daraus eine so reizvolle
Mischung aus indischer Gesangstechnik,
brasilianischer Rhythmik und
nordamerikanischem Jazzidiom wurde, gehört
zu den Glücksfällen einer
globalisierten, multikulturellen
Musikwelt. Bindeglied schien übrigens
die Liebe zu einprägsamen Jazzmelodien
etwa eines Cole Porter oder Duke
Ellington, dessen "Caravan"
neben "Nature Boy" zu einem
der Höhepunkte des Konzertes wurde.
Dr. Helmut Schönecker
in:
Schwäbische Zeitung Biberach, 6.
Februar 2007
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