Jazzclub Biberach e.V.

 

 

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12. Mai 2006 im Jazzkeller Biberach

 

                                                                                                                                                           Foto Dr. Schönecker

Stuttgarter E-Bass-Virtuose Dangelmaier beim Jazzclub Special

Klassischer Triojazz auf hohem Niveau

Einen bunten Cocktail an eingängig-unterhaltsamen Jazztiteln, Eigenkompositionen und Standards, in professioneller Zubereitung, je nach Bedarf gerührt oder geschüttelt, bekamen die zahlreichen Gäste beim Jazzclub  Special am vergangen Freitag im Jazzkeller präsentiert. Als eines der
Highlights im Halbjahresprogramm „Jazz 4 Three“ angekündigt, konnte das Trio des Stuttgarter Bassvirtuosen Christoph Dangelmaier rundum begeistern.

Als besonderer Glücksfall für das Trio erwies sich die technisch brillante Pianistin Gee Hye Lee aus Korea, die mit der größten Selbstverständlichkeit auch die avancierteren Kompositionen eines Keith Jarrett oder Bill Evans, den führenden Pianostars des Modern Jazz, nicht nur aufgriff und nach- spielte, sondern auch die gestalterische Kraft besaß, daraus etwas künstlerisch Eigenständiges zu fertigen. Leider ließ ihr das im Übrigen durchaus ehrenvolle Bandkonzept der vollen Gleich- berechtigung und die virtuose und akustische Präsenz ihrer Mitstreiter, neben dem Namensgeber am Kontra- oder E-Bass der ebenfalls aus Stuttgart stammende Jogi Weiss am Schlagzeug, nicht immer den nötigen Raum zur vollen Entfaltung ihrer Möglichkeiten. Andererseits ergaben sich neben enthemmten Soloimprovisationen auf diese Weise auch hochkomplexe Strukturen in polyphoner Dichte. Wo so viel geballte Energie auftritt, ist das Vorhandensein von Leitplanken zur Vermeidung klanglicher Exzesse unabdingbar. Dass daraus mitunter eine gewisse Gleichförmigkeit in den formalen Abläufen resultierte, hingegen nicht. 

Wo Standards nur noch als Steinbruch für melodisches oder harmonisches Abraummaterial betrachtet werden, deren genussvolle Filetierung zum ästhetischen Eigenwert gerinnt, macht sich oft eine inhaltliche Leere bemerkbar. Nicht so jedoch in der einem begeisterten Biberacher Publikum
gerne gewährten Zugabe „Autumn leaves“, in der Thema und Akkorde sich als Leitmotiv durch eine gänzlich neue Komposition hindurch zogen, in gewisser Weise dem Verfahren klassischer Variationenkompositionen vergleichbar. Was entstand, war engagierter, intelligent gemachter und abwechslungsreicher Modern Jazz, kein stilistisches Neuland zwar aber lebendige Tradition in
gediegener Ausarbeitung.

Dr. Helmut Schönecker

 

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