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"So
what" hieß der legendäre
Miles Davis-Titel, der zu einem
der Highlights des Konzertabends
mit "Cool Tour“ im
Biberacher Jazzkeller werden
sollte.
"So
what“ mag sich aber auch manch
einer aus dem zu Konzertbeginn
doch sehr schütteren Publikum
gefragt haben. "So was! Da
spielt eine Klasse-Liveband mit
kompromisslosem Spitzensound und
niemand geht hin.“ Glücklicherweise
haben sich die Reihen im Verlauf
des Abends noch etwas gefüllt und
die coole Truppe um Thomas Jerg
(Bandleader, Saxophon, Moderation,
Gesang) entwickelte trotz der eher
wenig stimulierenden Kulisse eine
mitreißende Spielfreude, schaffte
eine angenehme, familiäre
Stimmung, bot abwechslungsreiche,
musikalische Vollkost und ließ so
den Konzertabend zu einem vollen
Erfolg werden.
So
unterschiedlich die Akteure, so
vielseitig waren die musikalischen
Elemente, die sich zu einem
Konglomerat an swingenden und
groovenden
Rhythmen,
kreativen Improvisationen und eingängigen
Melodien verbanden. Ob – als
Hommage an die junge Sängerin
Anna Kyc und das Partypublikum –
neueste Hits à la Christina
Aquilera, Mariah Carey, Sadé –
oder eher dem besonderen Faible
des "Elder Band Masters“
Thomas Jerg verpflichtete Soul-,
Funk- & Fusion-Titel, wie etwa
den Kult-Klassiker "Garden
Party“ der isländischen Band
"Mezzoforte“ aus den frühen
80ern, der leidenschaftliche
Zugriff und die erfrischende
Frechheit im Umgang mit den
Vorlagen, ließ die Stücke zu
weit mehr als bloßen
Cover-Versionen bekannter Hits
werden, "cooltour"ig-kultig.
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Die
Backline aus dem Profilager, mit
dem Kontra- und E-Bassisten der
ersten Stunde
Andreas Bott, gerade in der Prüfungsphase
seines Aufbau- studiums an der
Musikhochschule Stuttgart, dem
Albstädter Musikschulleiter
Detlev Siber an
den Keyboards, dem Gitarrenlehrer
Thomas Güttinger oder dem
ebenfalls studierten
Drummer Fabian Flad lieferten
ihren, trotz "Laienstatus“
ebenso professionell
agierenden Frontleuten Kyc und
Jerg nicht nur ein verlässlich
groovendes
Fundament. In diversen
Soloeinlagen glänzten vor allem Güttinger,
der
über einem üppig bestückten
Tableau an fußgeschalteten
Effektgeräten und diversen
Gitarren die je angesagtesten
Gitarrensounds und –patterns
zauberte sowie
der teilweise völlig unbegleitet
mit avancierten Solokompositionen
für Kontrabass
solitär in den Fußstapfen der
ganz Großen wandelnde Andreas
Bott.
Trotz
der stilistischen Bandbreite und
deren hohem Unterhaltungswert soll
nicht
verschwiegen werden, dass Herz und
Seele von "Cool Tour“
erkennbar bei
Funk
und Fusion und weniger in Swing
oder Pop lagen. Hier entfaltete
sich am meisten
Druck, hier überzeugte jeder Ton,
hier leuchteten die Augen aller Beteiligten,
hier kam am meisten rüber zum
begeisterten Publikum, welches
sich, trotz
"gewerkschaftlich“
reklamiertem Konzertende, noch
zwei Zugaben erklatschte.
Dr. Helmut Schönecker
Schwäbische
Zeitung, 6. Juni 2008
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