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Foto Necker
Lukas
Brenner Trio "Salsaría"
mit
Alexander Bühl im
Jazzkeller Biberach
Mit
Siebenmeilenstiefeln zum Erfolg
"Giant Steps", eine
Komposition von Joe Fessele in Anlehnung
an den legendären John Coltrane-Titel
markierte nicht nur die packende
musikalische Eröffnung des
Jazzclub-Konzertes mit den
Vorjahres-Finalisten des internationalen
Biberacher Jazzpreises, dem Lukas
Brenner Trio "Salsaría" aus
dem benachbarten Laupheim, die es im
internationalen Umfeld als jüngste
Formation immerhin bis ins Finale
geschafft hatten. Mit "Giant Steps",
also mit Riesenschritten, haben die drei
jungen Musiker, die erst seit
zweieinhalb Jahren zusammenspielen und
die zum Teil noch die Schulbank drücken,
seither auch weitere Stufen der
Karriereleiter erklommen.
Waren es noch vor einem knappen Jahr vor
allem die guten Ansätze, die kreative
Vielzahl musikalischer Ideen, das
frische Outfit und der zupackende durch
Latin- und Salsa-Rhythmen geprägte
Groove der aufstrebenden Jungstars, so
erlebten die am Freitagabend in großer
Zahl erschienenen, rundum begeisterten
"Salsaría"-Fans im Jazzkeller
eine gut aufeinander eingestimmte Truppe
mit einer abendfüllenden, kurzweiligen
Performance in professionellem
Zuschnitt. Neben dem Bandleader Lukas
Brenner am Klavier, war es vor allem der
als Gast mitwirkende 20-jährige
Saxophonist Alexander Bühl, Student an
der Musikhochschule Nürnberg, Mitglied
im Bundesjazzorchester und Träger des
Skoda-Jazzpreises 2006, der die
herausragenden musikalischen Akzente
setzte. Erfrischend unkonventionell
wirkende und unmittelbar sinnfällige
musikalische Einfälle verbanden sich zu
komplexen musikalischen Organismen, in
denen auch der feinfühlig agierende,
junge Biberacher Kontrabassist Matthias
Werner sowie der beherzt und präzise
zuschlagende Drummer Fabian Dettenrieder
eine eigenständige, keineswegs nur
begleitende Rolle spielten.
Schienen bei Brenners Improvisationen in
unkonzentrierten Momenten noch da und
dort die Nahtstellen zwischen den
musikalischen Einfällen auf, waren Bühls
Ideen überwiegend aus einem Guss und
meist von eher lyrischem Zuschnitt.
Brenners Kompositionen zeigten jedoch
eine hohe Energiedichte, eine wohl
besonders von seinem Klavierlehrer und
Coach Joe Fessele sowie Herbie Hancock
inspirierte, funk- und rockmäßig
groovende Rhythmisierung sowie einen
ungewöhnlich großen musikalischen
Gestaltungswillen bei hoher
Ausdruckstiefe. Letzteres
korrespondierte zwar noch nicht immer
mit den technischen Fähigkeiten auf dem
Instrument, lässt aber gleichzeitig auf
eine große musikalische Zukunft hoffen.
Salsa und Samba dürften sich dabei eher
als ein Übergangsstadium erweisen. Das
überraschend junge Publikum feierte
ihre "Rising Stars" mit
begeisterten Ovationen, zwei Zugaben
rundeten einen inspirierenden
Konzertabend ab.
Dr. Helmut Schönecker
Schwäbische
Zeitung, 6. März 2007

Fotos
Schönecker
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