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Swing-Klassiker und bewährte
Jazzstandards bildeten am
Freitagabend im Jazzkeller die
bodenständige Grundlage für eine
sympathische Performance mit hohem
Unterhaltungswert in einer
angenehm entspannten Wohlfühlatmosphäre.
Das BSQ war für die wegen der
Erkrankung eines Musikers
kurzfristig ausgefallenen US-Five
eingesprungen. Da beide
Formationen mit der formidablen
Weingartener Sängerin Ute Scherf-
Clavel zusammenarbeiten, gab es
musikalisch wenig Abweichungen zum
bereits angekündigten Programm.
Obwohl das BSQ in der
Nachbarregion seit vielen Jahren
eine feste Größe in der Jazz-
szene am See ist, war dieses
Konzert ein Biberach-Debüt.
Das
authentische Swingfeeling von Ute
Scherf- Clavel, ihr höchst
virtuoser Scatgesang und die äußerst
modulationsfähige, sonore Stimme
dominierte mit großer
gestalterischer Kraft das
musikalische Geschehen. Bei den
zahlreichen Dialogimprovisationen,
vor allem mit Thomas Lay am
Saxophon zeigte sich die Frontfrau
als souveräner Widerpart und
nimmermüde Ideen- lieferantin.
Ohne Samthandschuhe wurde sie von
ihren Männern auf Händen
getragen und erwies sich dabei,
durchaus solitär im Naturell,
gleichwohl als ausgezeichnete
Teamspielerin. In ihrer lockeren
Anmoderation des gleichnamigen
Songtitels hat sie dann schließlich
ihr von Marilyn Monroe
abgeschautes Rezept im Umgang mit
Männern verraten: „My heart
belongs to daddy“. In un-
gezwungener Natürlichkeit
swingten die vier Herren aus der
„Silver Generation“ munter
drauf los.
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Dass der Pianist Martin
Giebel ebenfalls sein Band-Debüt
für den verhinderten
Stamm-Gitarristen gab, war
bestenfalls zu erahnen. Mit
vollgriffigen Akkorden,
stimulierenden Akzenten und
perfektem Timing legte er ein gut
strukturiertes harmonisches
Fundament um sich darauf in
komplexen Impro- visationen
solistisch zu präsentieren. Bei
Bedarf konnte er sich aber auch in
aller Bescheidenheit zurücknehmen
und den anderen Bandmitgliedern
den Ball zuspielen.
In kaum gebremster
Leidenschaft steuerte Thomas Lay
am Tenor- und Sopransaxophon, mit
ausdrucks- starkem, kraftvollen
Ton weitgespannte Kantilenen oder
stiltypisch swingende Licks und
Vamps zum mitreißenden BSQ-Sound
bei.
Klaus Bermetz
am Kontrabass groovte mit superbem
„Glockenklang-Sound“ zumeist
dezent im Untergrund um bei seinen
leider eher seltenen Soloeinlagen
durch überraschend melodiöse
Einfälle, begnadete Intonation
und feinsinnige Artikulation zu überzeugen.
Die Drummerlegende Pit
Fackler aus Wangen hat den Swing
in den Genen, gewisse Aversionen
gegen latein-amerikanische
Rhythmen waren jedoch nicht ganz
zu überhören.
Für musikalischen
Abwechslungsreichtum sorgten immer
wieder die strukturellen Wechsel,
die gewohnte Konstellationen
aufbrachen und den Arrangements
Raum und Tiefe gaben. Mal
dialogisierten Singstimme und
Kontrabass, mal Singstimme und
Piano oder Singstimme und
Saxophon, auch Saxophon und
Klavier durften mal miteinander.
Als besonders reizvoll erwiesen
sich jedoch die stilistisch breit
gefächerten Soloimprovisationen
der Bandmitglieder.
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