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Foto Schönecker
Peter Autschbachs "Terminal
A"
im Jazzkeller
Satte
Sounds und fette Grooves - Jazz Rock
Fusion
Vom ersten Ton an traf Peter Autschbachs
"Terminal A" am Freitagabend
exakt den Nerv eines rundum begeisterten
Publikums im Biberacher Jazzkeller.
Schnell zeigte sich, dass die aufgebaute
Gitarren-Batterie – 5 Gitarren und 3
E-Bässe für nur 2 Gitarristen –
nicht nur Staffage oder elitäres Getue,
sondern der Virtuosität und dem künstlerischen
Anspruch der renommierten Musiker
geschuldet war.
Peter Autschbach, seit seiner Mitwirkung
im Rockmusical "Tommy" oder in
der Queen-Show "We will rock you"
auch einem breiteren Publikum als überragender
Gitarren-Heroe auf den Spuren von Joe
Pass bekannt, ließ sich durch die anfänglich
nicht gar so üppige Publikumskulisse
keineswegs davon abhalten, alle
musikalischen Register zu ziehen und
einen richtigen Konzertknaller
hinzulegen. Vielleicht hatten die vielen
Stunden Autobahnstau bei der nachmittäglichen
Anreise die unglaubliche Energie
angestaut – in diesem Fall
wäre dem Stau sogar noch ein positiver
Aspekt abzugewinnen, vermutlich ist es
aber eher der inspirierende Raum
zwischen Jazz und Rock, der satte Sounds
und fette Grooves, nervige Rhythmen und
packende Improvisationen freisetzt.
Ob in dem überschäumenden Titel "Dolphin"
die vor Temperament sprühenden Meeressäuger,
in den eher tragischen Erlebnissen eines
in Schwierigkeiten geratenen Tauchers,
der nicht nur unter Sauerstoffmangel
sondern auch noch unter einer doppelten
Haiattacke zu leiden hatte (beide Titel
aus Autschbachs Unterwasser-Musik-Reihe
"Under the Surface") oder in
stärker improvisatorischen, bluesgeprägten
Titeln wie "Mind the Gap", der
Mix aus hoher atmosphärische Dichte,
funk- und fusiontypischer rhythmischer
Hochspannung, gepaart mit harmonischer
Raffinesse und melodischem
Einfallsreichtum ließ nichts anbrennen.
Die Spielfreude von Peter
Autschbach, dem kongenialen Eddy Teger
an Flügel und Keyboard, Jürgen Knautz
am Bass und Marco Bossi an den Drums war
mit Händen greifbar und sprang
unmittelbar auf die verzückten Zuhörer
über.
Erst zu Beginn des zweiten Sets verriet
Autschbach dem durchaus überraschten
Publikum, dass der Ulmer Perkussionist
Christoph Scherer so kurzfristig als
Ersatz eingespannt werden musste, dass
er selbst ihn zuvor noch gar nicht persönlich
kennen lernen konnte. Es spricht für
Scherer und das eingespielte Team von
"Terminal A", dass dieser
Umstand in keiner Weise unangenehm
auffiel und das Resultat wie aus einem
Guss wirkte. Nach heftigem Applaus
durften die musikalischen Weltreisenden
nicht ohne zwei Zugaben und einem
privaten Kurz-Gitarrenkurs für einen
besonders entflammten Zuhörer wieder
zum Terminal A zurück und ihre Reise
fortsetzen, vielleicht landet der
Autschbach-Jet ja auch irgendwann wieder
einmal in Biberach, dann auch bestimmt
vor zahlreicherem Publikum.
Dr. Helmut Schönecker
Schwäbische
Zeitung, 4. März 2007
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