Jazziger
Auftakt der Konzertsaison 2011 beim
Jazzclub Biberach
Alexander
Brauns „JazzZoneTrio"
BIBERACH
- Einen Auftakt nach Maß für die
Jazzsaison 2011 des Jazzclubs Biberach
legte das „JazzZoneTrio" von
Alexander Braun auf die Bretter der
Bühne im gut gefüllten Jazzkeller.
Gediegener „Smooth Jazz" in
dessen positivem Wortsinn, heiter
swingender Mainstream-Jazz mit
gefälligen Harmonien und eingängigen
Melodien, unterhaltsamen
Improvisationen, und frischem, lockeren
Groove ließen eine stimmungsvolle „JazzZone"
im urbanen Ambiente aufblühen.
Im
Tetrapack beiläufig moderiert vom
Bandleader erklangen bekannte Standards
aus der großen Broadwaymusical- und
Songtradition von George Gershwin, Cole
Porter, Richard Rodgers oder Kurt Weill
mit hohem Unterhaltungswert. Auf
besonderes Interesse und entsprechenden
Applaus stießen aber auch eine Reihe
von Eigenkompositionen Alexander Brauns,
aus denen besonders „Spanish Waltz"
mit hörbar angenehmen Erinnerungen an
einen Urlaub auf La Gomera oder „My
Inner Voice" in wohltuend
divergentem Groove als inspirierte
Preziosen herausragten.
Gelegentliche
musikalische Ausflüge in den Latin
Jazz, wie in „Corcovado" von A.C.
Jobim oder im „Elisamba" mit
Anklängen an Beethovens Dauerbrenner
„Für Elise" wirkten eher als
Konzession ans breite Publikum,
wohingegen die Streifzüge durch Bebop
und Hardbop (Thelonius Monk, Miles
Davis, Lee Morgan) oder zu „funky"
Herbie Hancock deutliche Synergien
freisetzten und frischen Wind
entfachten. Vor allem die zweite Zugabe,
„Watermelon Man", ließ Musiker
und Publikum gleichermaßen befreit
durchatmen.
In
der Reihe „Local Jazz Heroes"
standen dem Biberacher Jazzpianisten
Alexander Braun, der an der
Bruno-Frey-Musikschule unterrichtet,
zwei routinierte Jazzmusiker zur Seite.
Für den treibenden Groove sorgte das
Ulmer Jazz-Urgestein Hans Peter Gruber,
der seit den frühen 60er Jahren die
Jazzszene der Region mitprägte. Mit
sattem Bassklang legte der Donzdorfer
Peter Funk am Kontrabass nicht nur ein
sicheres Fundament sondern trat ganz in
der Tradition klassischer Klaviertrios
auch immer wieder mit Improvisationen
solistisch hervor. Der Gesamtsound
erwies sich als transparent und
ausgewogen und trug gleichermaßen zur
Spielfreude der Musiker und zum
Hörgenuss des Publikums bei.
Dr.
H. Schönecker
Originaltext
für die Schwäbische Zeitung
Biberach